Geschichte und Entwicklung

Das Hobelwerk hat eine lange Geschichte. Es erzählt eine typische Industriegeschichte: Von der Gründung über die Expansion bis hin zur Verkleinerung und am Ende dem Verkauf. Damit einher geht der Wandel vom Industrie- zum Wohn- und Gewerbeareal.

Hobeln – 1889 bis 1999

1989 gründete der Unternehmer Joseph Kälin zusammen mit einem Partner in Islikon TG das Hobelwerk Schwarzwald + Kälin. Nur wenige Jahre später brannte es ab, worauf hin Kälin den Betrieb in Oberwinterthur neu aufbaute. Über die Jahrzehnte hinweg entwickelte sich das Unternehmen stetig erfolgreich weiter. Die älteste Hobelmaschine der Kälin & Co. AG blieb bis 1982 in Betrieb. Sie wurde anschliessend dem «Technorama» übergeben.

Erweitern – 1999 bis 2004

1999 erfolgte die Übernahme der Firma durch zwei Kadermitglieder. Das Geschäftsfeld wurde um die Oberflächenbehandlung erweitert. Die Kälin AG wurde von da an bis zum Verkauf 2017 durch  Hans-Ueli Kipfer geleitet.

Verkleinern – 2004 bis 2016

2004 erwarb die Bauunternehmung Zani AG einen Drittel des ursprünglichen Werkareals und bebaute die Parzelle neu. Die Villa Kälin mit Baujahr 1918 blieb erhalten.

Verlegen und Entwickeln – 2016 bis 2018

Ab 2017 verlegt die Kälin & Co. AG ihren Produktionsstandort von Holzverschalungen für den Innen- und Aussenbereich nach Gossau SG.

Bereits in der Entwicklungsstrategie 2007 der Stadt Winterthur wurde das Gebiet des Hobelwerks als neues urbanes Quartier angedacht. Es soll die drei Subzentren Neuhegi, Grüze und Oberwinterthur stärken und ergänzen. Die Stadtbauentwicklungs-AG erwarb das Areal und entwickelte in einer weiteren Testplanung zusammen mit der Stadt Winterthur, der Firma Odinga Picenoni Hagen AG den pool Architekten und dem Landschaftsarchitekturbüro Studio Vulkan das Areal weiter. Die aus diesem Prozess gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für den privaten Gestaltungsplan, der seit dem 25. Mai 2018 rechtskräftig vorliegt.

Planen und Bauen – 2018 bis 2023

Nach dem positiven Entscheid einer ausserordentlichen Generalversammlung Ende 2018 erwarb die Baugenossenschaft mehr als wohnen 2019 das Areal. Im Sinne ihres Auftrags als Innovations- und Lernplattform will sie Erkenntnisse aus der ersten Überbauung, dem Hunziker Areal in Zürich Nord, nutzen und neue Ideen für den Standort Hobelwerk entwickeln. mehr als wohnen übernahm zwar die bestehende Planung der Häuser A und B, liess sie aber von pool Architekten überarbeiten, um die Standards der Baugenossenschaft zu erreichen: ein breiterer Wohnungsmix, leicht reduzierte Wohnflächen, mehr Flächen für Begegnung und Gemeinschaft oder die Reduktion der Tiefgarage sind einige Beispiele.

Die Vorprojektplanung für die zweite Etappe mit den Häusern C, D und E startete im September 2019. mehr als wohnen übernahm die beiden siegreichen Teams aus dem 2017 von Odinga Picenoni Hagen AG organisierten Wettbewerb. Ramser Schmid Architekten und das Architekturbüro Pascal Flammer planen die 2. Etappe des Hobelwerks. Die Umgebung des ganzen Areals plant Studio Vulkan.

Ende Dezember 2019 begann die Demontage der leichten Industriehallen, im Januar 2020 startete der Aushub, im März 2020 war der offizielle Baustart der 1. Etappe. Der Bezug von Haus B ist für Herbst 2021, der von Haus A zu Beginn 2022 geplant. Der Abbruch der restlichen Gebäude der 2. Etappe ist vor dem Bezug der ersten beiden Häuser geplant. Der Baustart 2. Etappe ist auf Ende 2021 terminiert, die Fertigstellung erfolgt voraussichtlich ab Herbst 2023.